Die Feuerwehr in Frankenhain

Die ersten Aufzeichnungen über den Brandschutz und über Einsätze und Entwicklung der Technik in Ober- und Niederfrankenhain liegen aus dem Jahre 1817 vor, allerdings nicht lückenlos. Die Leitung der Löscharbeiten oblag den Gemeindevorständen. Bei einem Brand wurde sie einer Feuerwehr übertragen. In einer von der Königlichen Amtshauptmannschaft gegebenen Bekanntmachung vom 19. März 1888 wird bestimmt, dass zum Zwecke der besseren Aufrechterhaltung der Ordnung bei Schadensfeuern auf dem Lande zuverlässige und in gutem Rufe stehende Männer unter 45 Jahren als Hilfsmannschaft zu stellen sind. Diese Hilfsmannschaft hatte sich bei einem Brand in einem ländlichen Nachbarort ohne Verzug dorthin zu begeben. Für Löscharbeiten, so ist den Unterlagen zu entnehmen, gab es so genannte Brandzeichen. Diese verpflichteten jeweils 12 Personen zum Einsatz. Großer Wert wurde bereits 1890 auf eine gut organisierte Truppe gelegt, die uniformiert sein sollte. Vom Kommandanten wurde eine gewisse technische Bildung verlangt.

Am 05. Juni 1894 setzte man die Gemeindevertretung davon in Kenntnis, dass die derzeitige Feuerspritze in Oberfrankenhain „nicht mehr den Anforderungen der Neuzeit“ entspricht und sich deshalb die Anschaffung einer neuen Spritze mit mindestens 50 m Schlauch erforderlich macht. Daraufhin beschloss der Gemeinderat am 02. Juli 1894, eine neue Spritze der Gruppe II a Nr. 12 mit liegendem Werk bei der Spritzenbauerei Julius Müller, Döbeln, für 1230 Mark zu kaufen.

1927 erfolgte der Erweiterungsbau des Spritzenhauses in Niederfrankenhain für 1155,30 Reichsmark.

1930 kaufte die Gemeinde Niederfrankenhain von der Gemeinde Pegau eine “abprotzbare Feuerspritze mit Vorderwagen für Pferdebespannung“.

In einem Schreiben vom 16. April 1941 informiert der Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehr Borna die Bürgermeister auf Grund einer Vereinbarung mit dem Landrat, dass die Gemeiden Oberfrankenhain und Niederfrankenhain einen Löschverband zu bilden haben und je eine Freiwillige Feuerwehr (FFW) zu gründen ist.

Das Gründungsjahr der FFW Niederfrankenhain wird im Statistischen Jahrbuch von 1944 mit der Jahres zahl 1941 ohne Tagesangabe festgelegt. Als Führer der FFW wird Fritz Wagner, Hauptwacht meister, angegeben.

Als Gründungsjahr der FFW Oberfrankenhain wird, eben falls ohne Tagesangabe, das Jahr 1942 genannt. Führer war Martin Müller, Hauptwachtmeister. 

Im Jahre 1946 erfolgte die Vereinigung bei der Wehren zur Freiwilligen Feuerwehr Frankenhain. Folgende Kameraden waren mit der Leitung der FFW betraut:

1946 bis 1955 Nagel, Fritz; Hanske, Alfred; Knabe, Walter

1955 – 1960 Härtig, Rudolf

1960 – 1963 Haferkorn, Gerhard

1963 – 1971 Rößner, Edgar

1971 – 1995 Hofmann, Gerd

1995 – 2015 Keller, Gerd

ab 2015 Martin, Christopher

In den Jahren 1952 bis 1961 bestand unter der Leitung von Manfred Krasselt eine Blaskapelle, die von Herrn Rudolf Grünzig aus Tautenhain ausgebildet wurde. Nach dem Krieg entstand in der FFW in Frankenhain eine Laienspielgruppe, die bis etwa 1957 unter Leitung von Albert Haferkorn Aufführungen bei Erntefesten, Dorffesten und anderen Gelegenheiten darboten. 1957 wurde der Lehmbau des Feuerwehrgerätehauses in Oberfrankenhain durch ein massives Gebäude mit einem Raum und einer Garage ersetzt. Die Gesamtkosten betrugen 1793,- Mark. Durch die Kameraden der FFW wurden dabei 410 freiwillige Arbeitsstunden geleistet.

Am 01.10.1969 wurde in Frankenhain erstmals eine Frauengruppe mit acht Kameradinnen gegründet. Um ständig für den Nachwuchs der FFW zu sorgen, gründete man Anfang der 70er Jahre eine Arbeitsgemeinschaft “Junge Brandschutzhelfer“, die anfangs vom Kameraden Gerd Hofmann, später vom Kameraden Detlef Polster geleitet wurde.

Das Feuerwehrgebäude in Oberfrankenhain erweiterte man 1974 zu einem modernen Gerätehaus. Mit diesem waren alle Voraussetzungen für das am 13.03.1976 in Dienst gestellte neue Löschfahrzeug LF 8 erfüllt. Im Jahr 1993 wurde die Jugendgruppe wieder neu ins Leben gerufen. Unter der Leitung des Kameraden Gerd Keller fanden nun wieder regelmäßig Dienste mit den Jugendlichen statt. 1997 übernahm der Kamerad Tom Seifert die Leitung dieser Jugendgruppe.

1992 wurde auf Betreiben des Rates der Gemeinde Frankenhain die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr neu formiert. So wurde der Beschluss gefasst, die Tradition des Dorffestes in Frankenhain wieder aufleben zu lassen. Seit der Gründung des Frankenhainer Festkomitees 1992, in dem auch Kameraden der FFW vertreten sind, werden diese Dorffeste bis heute wieder jährlich durchgeführt.

Bei Aufräumarbeiten in einer Scheune wurde die alte Handdruckspritze von Niederfrankenhain entdeckt und durch die Kameraden der FFW restauriert. Anlässlich des Dorffestes 1993, das unter dem Motto “50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Frankenhain“ stand, konnte die Spritze voll funktionstüchtig gezeigt werden. Seitdem ist diese fester Bestandteil in Festumzügen zu Dorffesten in der Umgebung, wie zum Beispiel 2002 in Prießnitz.

Nach jahrelangen Bemühungen war es der FFW im Jahr 2000 endlich gelungen, den Vorplatz des Gerätehauses in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Eine weitere Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses erfolgte 2005. So wurden neue Rolltore eingebaut. Die Vorbereitungen dazu wurden von den Kameraden der FFW selber durchgeführt. Auch bei der Modernisierung des Eingangsbereiches, des Sanitärbereiches und der Küchenecke leisteten die Kameraden freiwillige Stunden. Mit der neuen Feuerwehrsatzung der Gemeinde Eulatal wurde im Jahr 2005 die Freiwillige Feuerwehr Eulatal ins Leben gerufen. Diese besteht aus den Ortsfeuerwehren Tautenhain, Frankenhain, Hopfgarten/Elbisbach, Prießnitz und Flößberg. Gemeindewehrleiter war Klaus Möbius.


2015 – 23 Aktive Kameraden


2018 – 37 aktive Kameraden.

Hinzu kommen 19 Jugendliche und elf Mädchen und Jungen in der Kinderwehr. Um der guten Personalausstattung der Wehr gerecht zu werden, ist das Frankenhainer Depot zurzeit eine Baustelle. Die Stadt Frohburg investiert in die Erweiterung der Fahrzeughalle. Lager, Schulungs- und Sanitärräume werden erneuert, erstmals überhaupt Duschen eingebaut. „Den Umkleidebereich sanieren wir aus eigener Kraft“, sagt Christopher Martin. Die Kameraden packten an vielen Stellen zu, um die Belastungen für die Kommune gering zu halten. Am 26. Mai 2018 soll das erweiterte Gebäude im Rahmen eines großen Tages der offenen Tür übergeben werden. Die Erweiterung wurde auch nötig, weil im Spätherbst ein größeres Löschfahrzeug erwartet wird. Zudem machen seit der Auflösung der Hopfgartener Wehr Aktive aus dem Nachbarort hier ihren Dienst.




2022 – 42 Mitglieder zählt die aktive Wehr in Frankenhain, darunter sind auch zwei Frauen.